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Geschrieben von Dirk Grund   
Samstag, 8. September 2007
preisanstiegeDas, was sich jetzt in den kommenden Monaten als massive Preiserhöhungen niederschlagen wird, ist die Folge einer Inflationsentwicklung, ausgelöst durch das Spekulationsdesaster deutscher Finanzeliten. Sie sind die Verantwortlichen für die Bankenkrise in Deutschland. Damit die Banken in Deutschland vor einer Liquiditätskrise, sprich Pleite, geschützt werden können, fließen zig Milliarden Euro aus der EZB (Europäische Zentralbank) in prekäre Kreditinstitute. Allein in den letzten 14 Tagen sind etwa 240 Milliarden Euro. Und da dieses Geld schlichtweg nicht vorhanden ist, hat man einfach die Druckmaschinen angeworfen(!). Gedrucktes Papier ohne Deckung.

Die Preissteigerungen auf dem Lebensmittelsektor sind erst der Anfang und der Beginn einer epidemisch sich ausbreitenden Preis-Hausse, auch im sogenannten Non-Food-Bereich.

Das volle Ausmaß der Finanzkrise wird erst im kommenden Jahr richtig deutlich. Und dann aber auch wirklich jedem; denn die Lebensmittelpreise werden vergleichbar mit denen der Steigerungraten auf dem Energiemarkt. Für viele bedeutet das schlichtweg, daß sie sich Lebensmittel nicht mehr wie gewohnt werden leisten können. Unterversorgung und Mangelernährung für ärmere Schichten werden zur Regel werden.

Was jetzt vielen vielleicht wie "Kaffeesatzleserei" oder chronischer "Zweckpessimismus" erscheinen mag - wer Recht hat, wird sich sehr bald und sehr schnell herausstellen.

Allein in den letzten zwei Jahren wurde Weizen um fast die Hälfte teurer. Die Getreidenotierungen werden hoch bleiben und sogar weiter steigen, meinen OECD und Welternährungsorganisation (FAO)

Konkret wird in der Untersuchung ein weiterer Preisanstieg bei Getreide um 20 bis 50 Prozent über die nächsten zehn Jahr vorausgesagt, weshalb Ökonomen bereits von einer "agflation" ( anm.: Agrar-Stagflation) sprechen. Von dieser Entwicklung werden die ärmeren Staaten sowie die Bewohner von Großstädten besonders betroffen sein, heißt es in dem Bericht. Erstes Anzeichen für die sozialpolitische Sprengkraft dieser Agrar-Hausse waren heftige Straßenproteste gegen die Verdreifachung der Tortillas-Preise in Mexiko, die eine Folge der heftigen Mais-Zukäufe der USA waren. Die amerikanischen Farmer setzen massiv auf die Ethanol-Produktion und sorgen mit ihren Importen in den Nachbarstaaten für Knappheit.

Gar nicht glücklich mit dem Biosprit-Boom ist die Lebensmittelindustrie. "Das geht völlig in die falsche Richtung, weil Rohstoffe für die Energie- statt für die Nahrungsmittelerzeugung verwendet werden", meint Ernst Klicker, Geschäftsführer bei Unilever Österreich. Der Konzern verzeichnete allein im letzten Jahr bei Raps, das ja auch für Speiseöle verwendet wird, einen Preisanstieg von 15 Prozent. Die Verteuerung werde sich mit Sicherheit auf die Lebensmittelpreise auswirken, meint Klicker. Abgesehen davon bezweifelt er den postulierten ökologischen Nutzen der "grünen Energie": Der Wassermangel in vielen Gebieten werde durch den Anbau verschärft, in Ländern wie Brasilien die Abholzung des Regenwalds vorangetrieben. Und auch Fleisch wird wegen der steigenden Futtermittelpreise teurer.

Trotz der nachteiligen Effekte der Biosprit-Herstellung ist der Trend nicht zu stoppen. Denn nun steigen zusehends Schwellenländer in die Ethanol-Produktion ein. Die OECD sagt für China eine knappe Verdoppelung der Ausbringung auf 3,8 Milliarden Liter im Jahr 2016 voraus. Auch in Indien wird trotz der Wasserknappheit massiv auf Ethanol gesetzt: "Wenn diese Länder voll einsteigen und große Mengen von den Weltmärkten aufsaugen, wird das die Situation verschärfen", erklärt Christian Gessl von der Agrarmarkt Austria. Er verweist freilich auf andere, positive Entwicklungen: Anstatt Getreideüberschüsse mit hohen Exportstützungen ins Ausland zu schicken, erfreuen sich die Landwirte bester Nachfrage und verdienen gutes Geld.

Dass die ökologische Rechnung – insbesondere was den Klimaschutz anbelangt – aufgehen wird, bezweifelt auch die OECD.

Laut ihrer Prognose wird der Anteil des Biosprits an den Treibstoffen in Europa lediglich auf 3,3 Prozent ansteigen und somit weit unter den Zielen der EU liegen. Und das, obwohl sich die Produktion von Ölsaaten (vor allem Raps) auf 21 Millionen Tonnen verdoppeln wird.

Unilever-Mann Klicker sieht seine Kritik in diesem Ausblick bestätigt: "Selbst wenn man das gesamte Brachland zur Biosprit-Produktion verwenden würde, sind die Ziele zur erneuerbaren Energie nicht erreichbar." (aus, DER STANDARD (Österreich), Print-Ausgabe, 05.07.2007)

Hinzu kommt, daß Lebensmittel als Spekulationsobjekt jüngst auch von Investmentspekulanten (Hedge-Fonds) entdeckt worden sind. Diese Gier wirkt wie ein Treibsatz auf die Lebensmittelpreise. An der Warenterminbörse in Chicago werden die Rohstoffe - wie Weizen und Ölsaaten zum Beispiel - als Spekulationsobjekt auf die Zukunft gehandelt; will heißen, daß man auf Preise spekuliert, die eine Tonne Weizen im nächsten Monat, nächsten halben Jahr z.B. kosten wird. Und da man weiß, daß die Biospritproduktion eher zu-, als abnehmen wird, rechnet man von Intervall zu Intervall mit höheren Preisen.

Binnen eines Jahres hat sich der Preis für das Getreide in etwa verdoppelt.
Die Kombination aus verstärkter Nachfrage von Entwicklungsländern, steigenden Bevölkerungszahlen, wetterbedingter Beeinträchtigung der Ernte und großer Getreidenachfrage der Biogas-Industrie wird auch in Zukunft zu Preiserhöhungen führen. Wegen der gestiegenen Rohstoffpreise rechnet auch die deutsche Lebensmittelbranche (Unilever) mit höheren Preisen, etwa bei Nudeln oder Brot.

Wir erleben zur Zeit lediglich die Ouverture zur ansteigenden Preisspirale.

Daß dies auch für Unruhe bei den Vordenkern für innere Sicherheit, Schäuble, Bosbach und Co. führt, sieht man an den vielfältig werbenden Aktivitäten in Sachen "Online-Durchsuchung". Möglich, daß man in Sicherheitskreisen für die Zukunft mit massiven Unruhen in Teilen der Bevölkerung rechnet.

Der islamische Terrorismus allein ist es sicher nicht - ganz sicher nicht!

Peter Christian NowakRedaktion:

!Tacheles - Im Namen des Volkes?!

www.tacheles-im-namen-des-volkes.de  

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 8. September 2007 )
 
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