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Geschrieben von Redaktion   
Donnerstag, 1. Oktober 2009

Gfa_mbh_eingang_09Es folgt ein Beitrag von Duckhome ( Jochen H. ) aus dem Partnernetzwerk Saarbreaker – Der neoliberale Dreck findet ja für jede Gemeinheit und jeden Betrug ein schönes Wortmäntelchen. Die Banken waren systemisch und mussten gerettet werden, jetzt benennt das Bundesamt für Statistik die Ausgebeuteten und Versklavten als atypisch Beschäftigte. Alleine für dieses hübsche Wortspiel haben die Erfinder einen ordentlichen Satz Ohrfeigen verdient, aber keine Sorge, niemand wird sich an solchen Leuten die Hände schmutzig machen.


Bei den abhängig Beschäftigten sinkt der Anteil der Normalbeschäftigten von 1997 wo er bei 82,5 Prozent lag auf 74,5 Prozent in 2007. Dabei ist eine deutlichere Steigerung erkennbar. Dabei wächst die Zeitarbeit oder besser Leiharbeit überproportional. Immer mehr Menschen rutschen in den Status geringfügig Beschäftigter ab.

Die ist eine gewollte Entwicklung der Neoliberalen, die immer mehr Menschen in prekäre Beschäftigungsformen drängen und dabei sowohl die Löhne senken, wie auch die Gefahr von solidarischen Arbeitnehmern und Streiks verringern. Je mehr Arbeitnehmerrechte zerbrechen, desto leichter wird die totale Ausbeutung.

Wenn in einem Berliner Hotel ein Zimmermädchen 4,3 Zimmer in der Stunde putzen muss um auf einen Stundenlohn von 8,15 Euro zu kommen, dann wird schnell klar, wie gemein und hinterhältig solche Arbeitsverhältnisse sind. Sie müsste dann in 8 Stunden 34,3 Zimmer putzen. Normal wären 15 – 18 Zimmer, wobei je nach Zimmergröße und zwischen Bleibe und Abreise unterschieden werden müsste. Tatsächlich bekommt so ein Zimmermädchen umgerechnet einen reale Stundenlohn von 3,80 Euro bis 4,35 Euro.

Das Bundesamt für Statistik gibt natürlich Entwarnung. Es ist ja ein Regierungsamt. Es berichtet nicht die Wahrheit sondern verbreitet Regierungspropaganda. Es behauptet einfach, dass nur 45 Prozent der atypischen Beschäftigten im Niedriglohnbereich seien. Logisch wenn die Komponente Arbeitszeit gar nicht einfließt. Deshalb muss klar sein, dass, wenn 25,5 Prozent der abhängig Beschäftigten in solchen atypischen und ausbeuterischen Beschäftigungsverhältnissen sind, etwas in diesem Land nicht stimmt.

Das wird noch deutlicher, wenn man die Reallohnverluste bei den Normalbeschäftigten mit hinzuzieht. Die Politik der Neoliberalen hat einen Großteil der arbeitenden Menschen in Richtung Abgrund getrieben und einige sind schon abgestürzt. Aber der Rest wird auch genau in diesen Abgrund gedrückt. Ständig werden, von neoliberalen Propagandainstituten neue Hetzparolen gegen die Arbeitnehmer vorgetragen, oder von menschenverachtenden Stiftungen wie Mohn/Bertelsmann sogar Gesetze gegen die Arbeitnehmer geschrieben, die dann von üblen Politiker wie Olaf Scholz, gemein grinsend auch eingesetzt werden.

Werner Dreibus, der gewerkschaftspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Bundestag hat die wichtigsten Eckpunkte zur Leiharbeit zusammengefasst:

Die Folgen für die Beschäftigten sind verheerend. Auf der Jagd nach immer mehr Profit ersetzen Unternehmen reguläre Arbeitsplätze zunehmend durch Leiharbeit. Für Hilfs- und einfache Facharbeitertätigkeiten werden oft nur noch Leiharbeitskräfte eingesetzt. Damit sinken die Chancen für Arbeitsuchende, einen normalen Arbeitsplatz zu finden, rapide. Als Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter verdienen sie für die gleiche Arbeit deutlich weniger, und sie müssen jeden Tag damit rechnen, ihren Job zu verlieren. Mehr als 250.000 Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter haben in der Krise diese Erfahrung bereits machen müssen. Aber auch auf die Stammbeschäftigten wirkt der Einsatz von Leiharbeit disziplinierend. Haben sie doch die prekären Arbeitsbedingungen als Warnung ständig vor Augen.

Besonders alarmierend ist die Prognose der Wissenschaftler, dass es nach dem Ende der Krise zu einer massiven Zunahme der Leiharbeit und zu einer weiteren Verdrängung regulärer Arbeitsplätze kommen könnte. Dem muss umgehend ein gesetzlicher Riegel vorgeschoben werden. Ausbeutung durch Leiharbeit muss endlich beendet werden. DIE LINKE will deshalb Leiharbeit strikt begrenzen und dafür sorgen, dass Leiharbeitskräfte den gleichen Lohn und die gleichen Arbeitsbedingungen wie ihre festangestelltenKolleginnen und Kolleginnen erhalten.

Ja das ist ein guter Ansatz, aber auch er geht am Thema vorbei. Warum sollte es überhaupt jemandem erlaubt sein Arbeitnehmer zu verleihen. Tatsächlich wird in einem solchen Fall der Arbeitnehmer doch nur zweimal ausgebeutet. Einmal von dem Unternehmen in dem er arbeitet und einmal von dem Sklavenhalter der ihn verleiht. Leiharbeit ist grober Missbrauch der Arbeitnehmer. Die Leute, die andere Menschen verleihen, handeln nicht nur unmenschlich sondern sind im Sinne eines vernünftigen Zusammenlebens, Schädlinge die sich parasitär von anderen ernähren.

Nein, die Sklavenhalter schaffen keine Arbeit. Sie verdienen nur an vorhandener Arbeit. Es würde kein Arbeitsplatz verloren gehen, wenn die Zeitarbeit morgen verboten würde. Genau das müsste geschehen um das Problem zu lösen. Dazu ein Mindestlohn von 10,50 Euro der nicht durch seltsame Berechnungsmethoden verwässert werden darf.

Damit sich die Leistung der arbeitenden Menschen in Deutschland wieder lohnt, braucht Deutschland ein Verbot der Zeitarbeit und einen Mindestlohn. Von den Abzockern nehmen und es den Arbeitern geben.

Quellverweis zum Netzwerkpartner – Duckhome
 
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