| Speyer - erstes offizielles Hartz IV Opfer |
| Geschrieben von Redaktion | |
| Mittwoch, 18. April 2007 | |
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Speyer/Ludwigshafen.Nach dem Tod eines 20-jährigen Arbeitslosen durch Verhungern haben die Stadt Speyer und die für den Mann zuständige Arbeitsagentur die Verantwortung für den Fall zurückgewiesen. Ein Sprecher der Stadt sagte, dass der soziale Dienst keine Hinweise auf den schlechten Gesundheitszustand des Mannes hatte.Der Arbeitslose habe offensichtlich seit Monaten keine ausreichende Nahrung zu sich genommen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Die Polizei hatte den jungen Mann am Sonntagabend tot in seiner Wohnung gefunden. Eine Obduktion des stark abgemagerten 20-Jährigen ergab Herz- und Kreislaufversagen als Todesursache. Seine 48 Jahre alte Mutter, die mit in der Wohnung lebte, musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Bei ihr wurden ebenfalls Mangelerscheinungen festgestellt. In einer ersten Befragung gab sie an, die beiden hätten nicht genug Geld gehabt, um Lebensmittel zu kaufen. Der Arbeitslose habe vor der Einführung des Arbeitslosengeldes II (Hartz IV) Sozialhilfe von der Stadt erhalten, seitdem sei er von der Gesellschaft für Arbeitsmarktintegration in Ludwigshafen betreut worden, erklärte der Sprecher der Stadt weiter. Ein Sprecher dieser Behörde wies ebenfalls jede Verantwortung zurück. Bei einem Besuch des Mannes in der Behörde im vergangenen September habe es keine Anzeichen dafür gegeben, dass er krank war. Der 20-Jährige hat nach Polizeiangaben Arbeitsangebote und medizinische Untersuchungen ausgeschlagen. Deshalb hatte er auch keine finanziellen Leistungen mehr nach den Hartz IV-Gesetzen erhalten. Kein Geld für LebensmittelDer Mann war am Sonntag tot in seiner Wohnung aufgefunden worden, dort befand sich auch seine Mutter in einem sehr schlechten Gesundheitszustand. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht. Die 48-Jährige hatte ausgesagt, man habe aus Geldmangel keine Lebensmittel mehr kaufen können. Sprecher caritativer Organisationen wiesen allerdings daraufhin, dass es auch für Menschen ohne Finanzmittel kostenlose Mahlzeiten gebe, so etwa von den Kirchen organisierte Speisungen wie die "Speyerer Tafel". Wie die Polizei nun mitteilte, war der Mann bei seiner Auffindung bereits mehrere Tage tot. Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis sei der stark abgemagerte 20-Jährige vermutlich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag vergangener Woche gestorben, sagte eine Polizeisprecherin.
Kommentar von Claude Michael Jung (SaarKurier)
Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen, meinte Arbeitsminister
Franz Müntefering (SPD) noch im Juni 2006, als es wieder mal darum
ging, Erwerbslosen neue Daumenschrauben anzulegen. Angesichts der
Speyrer Tragödie, bei der ein 20-jähriger Arbeitsloser in seiner
Wohnung vor den Augen seiner Mutter verhungert ist, stellt sich die
Frage nach einem bedingungslosen Grundeinkommen zum wiederholten mal. Unterdessen beklagte der Herausgeber und Redaktionsleiter der Nachrichtenagentur 3mnewswire.org ( www.3mnewswire.org )
das Verhalten der Gesellschaft für Arbeitsmarktintegration
Vorderpfalz-Ludwigshafen am Rhein mbH gegenüber Journalisten und der
Presse. Seit Wochen besteht eine Interview-Anfrage zu weiteren sozialen
und wichtigen Themen. Die Gesellschaft für Arbeitsmarktintegration
verweigert seit Wochen der internationalen Nachrichtenagentur und einem
international registrierten Journalisten jegliche Auskünfte,
Informationen und ein Interview. Das seien mehr die Verhaltensweise und
Anzeichen einer Diktatur statt einer aktiven Demokratie und dies macht
bedenklich, ergänzte der Redaktionsleiter der internationalen
Nachrichtenagentur. |
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| Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 18. April 2007 ) |